The first cut is the deepest

Vom Kasane und dem Chobe Nationalpark drängt es uns nach Süden. Pandamatenga auf dem Weg nach Nata ist das Ziel. Wir wissen, dass die Straße immer schlechter wird, je weiter wir nach Süden kommen. Die ersten 40 km geht es auch wirklich (zu) gut. Dann kommt der Angriff der Schlaglöcher, eine ganze Brigade, die sich quer über die Fahrbahn zieht, Ausweichen unmöglich. Bremsen heißt die Überlebensstrategie. Aber unser Sohn Chris fährt ungebremst rein. Ein lauter Knall erübrigt den Blick auf den Reifen. Total deformiert, schlimmer noch, auch die Felge hat einen tiefen Schlag, Luft wird die nie mehr halten. Sein erster Platten im vierten Afrika-Urlaub. Dafür aber gleich heftig.

Tagesplan umgeschmissen: Statt nach Pandamatenga fahren wir in die näher gelegene Chobe Mopani Forest Lodge, direkt an der berüchtigten Hunters‘ Road, an der Grenze zu Simbabwe. Immerhin hat die Panne etwas Gutes: Die Lodge überrascht mit Pool, einem großen Wasserloch, an dem nachts nach drei mächtigen Elefantenbullen plötzlich eine hundertköpfige Büffelherde auftaucht — und wir sind ganz allein.

Am nächsten Morgen heißt es früh raus, Vater und Sohn düsen zurück nach Kasane/Kazungula und finden tatsächlich einen Reifenhändler, der nicht nur einen Dunlop-Reifen in der richtigen Größe (mit anderem Profil, aber egal) vorrätig hat, sondern auch einen Schmied kennt, der Felgen repariert. Der kommt nach einer Stunde tatsächlich im Kleinwagen angebraust, schnappt sich die Felge und ist nach einer weiteren Stunde wieder da. Höllische Hitze und himmlische Handwerkskunst haben die Felge wieder zurecht gebogen. In Deutschland und unter den Augen des TÜV wäre das bestimmt streng untersagt, aber so ist eben Afrika. Irgendwie geht’s immer weiter.

Der demolierte Reifen auf der gestauchten Felge
Kleiner Trost: Der Radwechsel ist auf der Seite, wo der Toyota eine Markise hat.
Tatort-Begehung: Diese Kante killte den Dunlop

4 Kommentare zu „The first cut is the deepest“

  1. Ui, was für ein Pech und dann doch wieder Glück im Unglück! An die Strecke haben wir auch spannende Erinnerungen: auf den passablen Abschnitten wird gern mal die Geschwindigkeit kontrolliert. Unser bisher einziges Ticket in Afrika hat uns diese Straße eingebracht. Und dazu gleich noch anregende Gespräche mit der überaus netten Verkehrspolizei. 😎😅 weiter gute Fahrt. Liebe Grüße, Eva und Tom

    1. Mit Toyo ist man glücklicherweise nur selten in der Verlegenheit zu schnell zu sein. Hier hätte es uns nur in den 20 km langen Baustellen mit Tempo 30 erwischen können.

  2. Avatar von Johannes Baillou

    Höllische Hitze und himmlische Handwerkskunst, da kann sogar Richard Wagner noch etwas lernen!!! Viel Reifen-Glück!

    1. Danke für die Blumen, lieber Herr Baillou! Mit dem Meister hätte ich mich nie gemessen und musikalisch fehlt’s ja komplett.

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