Okavango Delta

Wir haben Toyo für drei Tage in der Maun Lodge zurückgelassen und fliegen ins Okavango Delta. Als wir uns an die Fein-Organisation dieses Abstechers machten, mussten wir feststellen, dass gerade der 1. Mai ist – auch in Botswana ein Feiertag. Wir versuchen dennoch mal, ob wir den uns empfohlenen Reise-Organisator, Botswana Footprints, wenigstens finden, um am nächsten Tag uns die Suche zu ersparen. Tatsächlich finden wir das Gebäude, ein nur angelehntes Hoftor und eine offene Bürotür. Meine Frage „are you ready for business?“ erschreckt zwar eine Mitarbeiterin, die den Feiertag nutzt, um Liegengebliebenes aufzuarbeiten. Aber natürlich will sie auch am Feiertag ein Geschäft machen. Wir entscheiden uns für eine Rarität: Ein Camp ohne Game Drive – statt Pirschfahrten mit dem Auto gibt es Safaris zu Fuß und mit dem Boot, mit dem Mokoro, dem klassischen Einbaum.

Letzteres wird zwar nichts, denn alles ist trocken. Die Regenzeit im März/April war nicht ertragreich genug und die jährliche Flutwelle des Okavango hat das Delta noch nicht erreicht. Der sandige Untergrund ist so trocken, das Gefälle so gering, dass es Monate dauert, bis das Wasser aus den angolanischen Bergen hier ankommt. Also keine Mokoro-Fahrten, sondern morgens drei und am Abend zwei Stunden „Walking Safari“. Als wandernde dreiköpfige Menschengruppe sind wir viel spannender als ein Auto und erwecken große Aufmerksamkeit bei den Tieren. Man kommt ihnen zwar nicht so nah wie mit dem Auto. Dafür sind wir aber nicht in einem für die Tiere uninteressanten weißen Kasten, der nach Diesel riecht, sondern sind Teil ihres Lebensumfelds. Wir fühlen uns ihnen näher. Interessanterweise gibt es nur eine einzige brenzlige Situation: Eine wahrscheinlich von einem Löwen verfolgte Gruppe von Büffeln ist so nervös, dass sie meint, uns angreifen zu müssen. Wir stehen hinter einem Termitenhügel und halten die Luft an. Unser Guide Raps, bewaffnet lediglich mit einem Stöckchen, stellt sich auf den Hügel und macht den Büffeln durch Schreien und Gesten klar, dass er hier nicht weicht und sie hier nichts verloren hätten. Man kann den Stein plumpsen hören, als die Büffel tatsächlich abdrehen.

Überhaupt gehen angeblich alle Tiere dem Menschen aus dem Weg. Unser hier im Delta geborener, in der Wildnis aufgewachsener Guide, ein „River San“ (ein Buschmann, der am Fluss lebt und wie die Buschleute der Kalahari eine Klicksprache spricht) ist sich auch ganz, ganz sicher, dass der Löwe, den wir jede Nacht im Zelt hören, im hohen Gras sitzt und uns beobachtet. Wenn er kommt, müssen wir nur eine Regel befolgen: „Do NOT run!“ – und zusammenbleiben. Wir müssen oder dürfen es nicht ausprobieren. Wir sind zwar auf der Suche nach Löwen, haben deshalb auch gelernt, dass wir ihnen immer in die Augen schauen sollen, wenn sie uns gegenüberstehen. Auch am Tag danach sind wir noch unschlüssig, ob es wirklich schade war, dass wir keinen getroffen haben.

Sunrise ….. Sonnenaufgang
Im Savannengras
Finde die Antilope ….. Find the antilope
African Fish Eagle
Wie einst die ersten Siedler
Büffel nach dem abgeblasenen Angriff
Im Schilfgras
Red Lechwe ….. Rote Moorantilope
Dreigestirn
Eindeutig eine Löwenspur
Und Wildhunde waren nachts auch da … Tracks of wild dogs
In diesem Gras können sich Löwen gut verstecken
Entspannte Gnus im Abendlicht
Neugierige Gnus ….. One species of the „Ugly Five“
Nature is cruel. But sometimes also peaceful. …… Die Natur kann grausam sein. Und auch so friedlich.
Zebras im Abendlicht
10 l Wasser für 1 Dusche ….. 10 litres of water is enough for 1 shower
Das Wasser ist hochgezogen, das Duschen beginnt … the bucket is raised, the shower begins
Lore und Patrice
Bush TV …. Busch-TV
Egal, ob die Sonne gerade auf- oder untergeht. Elefanten fressen immer.

We left Toyo at Maun Lodge for three days and flew to the Okavango Delta. We decide on a rarity: a camp without a game drive – instead of game drives by car, there are safaris on foot and by boat, with the mokoro, the classic dugout canoe.

The latter will not work out, because everything is dry. The rainy season in March/April was not productive enough and the annual flood wave of the Okavango has not yet reached the delta. The sandy subsoil is so dry, the gradient so low, that it takes months for the water from the Angolan mountains to arrive here. So no mokoro rides, but three hours of „walking safari“ in the morning and two in the evening. As a walking group of three people, we are much more exciting than a car and attract a lot of attention from the animals. We don’t get as close to them as in a car. But we are not in a white box that smells of diesel and is uninteresting for the animals, but are part of their living environment. We feel closer to them. Interestingly, there is only one dangerous situation: a group of buffaloes, probably pursued by a lion, is so nervous that they think they have to attack us. We stand behind a termite mound and hold our breath. Our guide Raps, armed only with a small stick, stands on the mound and makes it clear to the 15 buffaloes through shouts and gestures that he will not leave here and that they have no business here. We were more than relieved when the buffalo actually turned away.

In general, all animals are said to avoid humans. Our guide, who was born here in the Delta and grew up in the wilderness, is a „River San“ (a bushman who lives by the river and speaks a clicking language like the bushmen of the Kalahari) and is also very, very sure that the lion we hear every night in the tent is sitting in the tall grass and watching us. When he comes, we only have to follow one rule: „Do NOT run!“ – and stay together. As we are on the lookout for lions, we have therefore also learned that we should always look them in the eye when they are facing us. Even the day after, we are still undecided whether it was really a pity that we didn’t meet one.

Ein Kommentar zu „Okavango Delta“

  1. Avatar von Jürgen Schnell
    Jürgen Schnell

    Heute haben wir Euere Nachricht erstmals erhalten: Viel Spaß in Botswana – wir werden Euere Reise wie immer interessiert verfolgen…

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