Malawi – good to know

Die Welt weiß nicht viel über Malawi, manche haben vielleicht schon mal davon gehört, dass Madonna hier vier ihrer sechs Kinder adoptiert hat. Immerhin sind 45% der Malawier jünger als 15 Jahre, ein „Kinderstaat“ eben. Die Menschen auf der Straße bewegen sich nirgends auf der Welt so langsam, wie in Malawi, behauptet eine Studie. Entspannt halt. (Bernd Doerries , SZ) Und sie sind nirgends so freundlich wie in Malawi, behaupten wir. Überall winkende Kinder und lächelnde Menschen.

Als sich die Briten 1964 aus Malawi zurückzogen, hinterließen sie wenig Kapital und eine schwache Infrastruktur. Daran hat sich wenig geändert. Noch immer ist Malawi ein armes Agrarland, ohne Bodenschätze und ohne Industrie. Instabile Stromversorgung und Korruption machen das Land für Investoren unattraktiv. Der Lake Malawi hätte riesiges Potenzial, um die Bewässerung der Landwirtschaft zu sichern oder Wasserkraftwerke zu bauen. Tatsächlich genutzt wird er aber nur von Fischern. Die wichtigsten Exportprodukte sind Tabak, Tee und Zucker. Fast 90 % der Malawier sind Kleinbauern, die sich nie einen Traktor und selten Ochsen und einen Pflug leisten können. Sie graben ihre Felder per Hand und mit Holzkeilen um.

Malawi gehört zu den 20 ärmsten Ländern der Welt. 9 von 10 Malawiern leben unter der absoluten Armutsgrenze, haben weniger als 2 USD pro Tag. Ohne Hilfe von außen wäre Malawi verloren: Die Entwicklungshilfe der westlichen Geberländer macht 30 % des BIP aus.

Eine Anekdote aus dem Ersten Weltkrieg in Malawi. Gemeinsam bekämpften Briten (aus Rhodesien kommend) und Deutsche (aus Tansania) am Lake Malawi die Sklaverei. Als der Weltkrieg am 4. August 1914 ausbrach, wusste man in Malawi nichts davon. Die Briten erfuhren am 10. August vom Kriegsausbruch. Gemeinsam feierten sie mit den Deutschen drei Tage lang, bis die Vorräte erschöpft waren. Am 14. August beschossen sie das deutsche Schiff auf dem Lake Malawi und nahmen die Besatzung in Gefangenschaft. Man darf annehmen, dass die erste und einzige Seeschlacht wohl ohne viel Blutvergießen endete.

The world does not know much about Malawi, some may have heard that Madonna adopted four of her six children here. After all, 45% of Malawians are under 15 years old, a „child state“ in fact. Nowhere in the world do people on the street move as slowly as in Malawi, a study claims. Just relaxed. And they are nowhere as friendly as in Malawi, we claim. Everywhere waving children and smiling people.

When the Brits withdrew from Malawi in 1964, they left behind little capital and a weak infrastructure. Little has changed in this respect. Malawi is still a poor agricultural country, without natural resources and without industry. Unstable power supply and corruption make the country unattractive for investors. Lake Malawi would have huge potential to provide irrigation for agriculture or to build hydropower plants. In fact, however, it is only used by fishermen. The most important export products are tobacco, tea and sugar. Almost 90% of Malawians are small farmers who can never afford a tractor and rarely oxen and a plough. They dig their fields by hand and with wooden wedges.

Malawi is one of the 20 poorest countries in the world. 9 out of 10 Malawians live below the absolute poverty line, having less than 2 USD per day. Without outside help, Malawi would be lost: development aid from Western donor countries accounts for 30% of GDP.

An anecdote from the First World War in Malawi. Together, British (coming from Rhodesia) and Germans (coming from Tanzania) fought slavery at Lake Malawi. When the world war broke out on 4 August 1914, people in Malawi knew nothing about it. The British learned about the outbreak of war on 10 August. Together they celebrated with the Germans for three days until the supplies were exhausted. On 14 August, they fired on the German ship on Lake Malawi and arrested the crew. One may assume that the first and only sea battle probably ended without much bloodshed.

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