MFF Project #3 – in Kibera

I experienced poverty in the streets of Mumbai, saw slums in Latin America, we were in Soweto and Katatura. Nothing is enough to prepare for Africa’s largest slum, Kibera. 800,000 to 1.2 million people are supposed to live here on only 2.5 square kilometres . And the railway line from Nairobi to Kisumu runs right through the slum. To the left and right of the tracks, at a distance of 2 meters, begin the miserable buildings of corrugated iron and plywood. Every now and then the rusty monotony is interrupted by colourful paintings – the attempt to give the misery something beautiful.

In the middle of Kenya’s largest slum we are guests of an impressive NGO: SHOFCO (Shining Hope for Communities). Kennedy, who grew up here, realised early on that those affected had to take it into their own hands to change their situation. „We don’t work with whites“ was his motto before he met an American student who later became his wife. Together they run an organisation that started only 15 years ago and now runs hospitals and schools, offers vocational training programmes, and has set up a new water supply system, an NGO that strengthens the community within the slum and organises advocacy. A holistic concept of help, under which the Merck Family Foundation finances a low-threshold health care service.

Sometimes you think you can’t stand it in the midst of the dirt and smells. And we don’t just walk the main street with tiny shops and street kitchens all offering the same, we also walk into the narrow, winding gaps between the houses. Do we feel safe? Yes, because everyone seems to know Catherine, who is the assistant to the SHOFCO founder, and there are three nice young men with us – just in case.

As an unforgettable final we visit – as do the „Community Health Workers“ financed by the MFF – the home of a family. An old woman (probably younger than me, but marked by a harder life) lives here with five of her eight children and four grandchildren. The 9 to 10 square meter hut has neither electricity nor water, has no window and no toilet. When it rains, water drips through the roof and runs through the hut. The „door“ is a dirty piece of cloth, the whole furniture consists of two beds and a chair. It is damp in the hut and smells terrible. I’m afraid I can’t breathe and stay in the door. Lore sits down on the edge of the bed and, after her eyes get used to the darkness, notices that at least three young boys or girls are still crouching behind her. One of the sons makes money, she works herself whenever there is a chance – for 1 dollar a day. I never felt a greater obligation to give money directly to a person.

Even if it is incomprehensible to us how people can live and survive here and precisely because Kibera, this city in the city seems unbearable, these were some of the most impressive hours of our Central European spoiled life.

Ich haben die Armut in den Straßen von Mumbai erlebt, Slums in Lateinamerika gesehen, wir waren in Soweto und Katatura. Nichts reicht an Vorbereitung für den größten Slum Afrikas, Kibera. Auf nur 2,5 Quadratkilometern sollen hier 800.000 bis 1,2 Millionen Menschen leben. Und quer durch den Slum führt die Bahnlinie von Nairobi nach Kisumu. Links und rechts der Gleise, im Abstand von 2 Metern beginnen die ärmlichen Gebäude aus Wellblech und Sperrholz. Ab und zu wird das rostige Einerlei unterbrochen von bunten Bemalungen – der Versuch, dem Elend etwas Schönes zu geben.

Mitten in Kenias größtem Slum sind wir Gast einer beeindruckenden Hilfsorganisation: SHOFCO (Shining Hope for Communities). Kennedy, der hier aufgewachsen ist, hat früh erkannt, dass die Betroffenen es selbst in die Hand nehmen müssen, ihre Situation zu verändern. „Wir arbeiten nicht mit Weißen zusammen“, war sein Motto, bevor er seine heutige Frau kennenlernte. Gemeinsam führen sie eine Organisation, die erst vor 12 Jahren startete und heute Krankenhäuser und Schulen betreibt, Berufsbildungskurse anbietet und ein neues System der Wasserversorgung aufgebaut hat, die für Gemeinschaft innerhalb des Slums sorgt und die Interessenvertretung organisiert. Ein holistisches Konzept der Hilfe, in dessen Rahmen die Merck Family Foundation ein niederschwelliges Angebot der Gesundheitsversorgung finanziert.

Manchmal glaubt man, es ist nicht auszuhalten, mitten in dem Dreck und den Gerüchen. Und wir laufen nicht nur auf der Hauptstraße mit winzigen Shops und Straßenküchen, die alle das gleiche anbieten, sondern gehen auch in die schmalen, verwinkelten Lücken zwischen den Häusern. Fühlen wir uns sicher? Ja, denn zum einen scheinen alle Catherine zu kennen, sie ist die Assistentin des Gründers von SHOFCO, und außerdem begleiten uns noch drei nette junge Männer – für alle Fälle.

Als unvergesslichen Abschluss besuchen wir – wie das die von der MFF finanzierten „Community Health Workers“ tun – das „Wohnhaus“ einer Familie. Eine alte Frau (wahrscheinlich ist sie jünger als ich, aber von einem härteren Leben gezeichnet) lebt hier mit noch fünf ihrer acht Kinder und vier Enkeln. Die 9 bis 10 Quadratmeter große Hütte hat weder Stromversorgung noch Wasseranschluss, hat kein Fenster und keine Toilette. Wenn es regnet, tropft Wasser durchs Dach und läuft durch die Hütte. Die „Türe“ ist ein dreckiges Stück Stoff, das ganze Mobiliar besteht aus zwei Betten und einem Stuhl. Es ist feucht in der Hütte und stinkt erbärmlich. Ich fürchte, ich kriege keine Luft und bleibe in der Türe stehen. Lore setzt sich auf die Bettkante und merkt, nachdem sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnen, dass mindestens noch drei Jugendliche hinter ihr kauern. Einer der Söhne verdient Geld, sie selbst arbeitet, wann immer es die Chance dazu gibt – für 1 Dollar als Tagesverdienst. Nie verspürte ich einen größeren Zwang, einem Menschen unmittelbar Geld zuzustecken.

Auch wenn es für uns unverständlich ist, wie Menschen hier (über)leben können und gerade weil Kibera, diese Stadt in der Stadt unerträglich erscheint, waren das doch einige der eindrucksvollsten Stunden unseres mitteleuropäisch verwöhnten Lebens.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert